„Solidarität ist ansteckend!“: Griechinnen von der Sozialen Arztpraxis- und Apotheke in Arta (GR) berichten über ihren Kampf für eine gerechte Gesundheitsversorgung (12.12., BO)

Ein Abend mit Berichten, Diskussion und griechischer Rebetiko-Livemusik (mit Getränken und Snacks) am 12.12.2015 um 19.00 Uhr bei ver.di in Bochum (Unistraße 76)  veranstaltet von der Hellas-Solidarität Bochum.

Während der Eurokrise und dem neoliberalen Angriff auf die griechische Gesellschaft hat sich in Griechenland ein Netz von solidarischen Strukturen entwickelt, das Solidaritätskliniken, Märkte ohne Zwischenhändler, mobile Suppenküchen, Flüchtlingsschulen oder Nachbarschaftsinitiativen umfasst. Besonders bekannt und erfolgreich sind die solidarischen Arztpraxen, Kliniken und Apotheken, die GriechInnen und Geflüchteten kostenlose ärztliche und medizinische Versorgung zur Verfügung stellen. Allein in Athen gibt es inzwischen rund zwanzig solcher Initiativen, die ausschließlich von unbezahlten Freiwilligen – ÄrztInnen und HelferInnen –  betrieben und durch Spenden finanziert werden. Die von der Bevölkerung dringend benötigten Kliniken haben auch über Griechenland hinaus viele FreundInnen und UnterstützerInnen gefunden, einige von ihnen fanden auch in deutschen Medien große Beachtung. Leider ist die mediale Aufmerksamkeit für die Situation der GriechInnen seit dem Abschluss der erpressten Vereinbarung zwischen der Troika und der griechischen Regierung am 13. Juli 2015 nahezu völlig abgeebbt, dabei bleibt die Lage im griechischen Gesundheitswesen auch nach der Zahlung weiterer Milliardenkredite (mit denen hauptsächlich die Banken rekapitalisiert und die Schulden bedient werden) unverändert kritisch. In diesem Winter werden zusätzliche   Rentenkürzungen und erste Zwangsräumungen die ohnehin schon prekäre Situation großer Teile der griechischen Bevölkerung noch weiter verschärfen.

Seit Juni 2015 haben einige BochumerInnen eine dieser sozialen Arztpraxen, genauer das „Koinoniko Iatreio kai Farmakeio Artas“ in der westgriechischen Stadt Arta, „adoptiert“ und bisher mit ca. 2000 Euro für Medikamentenkäufe unterstützt (wir berichteten im August bei Verdi). Das „Koinoniko Iatreio kai Farmakeio Artas“ ist Teil des griechenlandweiten solidarischen Netzwerkes SolidarityAll und unterstützt derzeit, wie nahezu alle griechischen Sozialkliniken und – praxen, auch Geflüchtete an den griechischen Außengrenzen.

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Nun kommen zwei Vertreterinnen dieser Initiative vom 10. bis 13. Dezember nach Bochum, um persönlich über die Situation in Griechenland und ihr tägliches Handeln in der sozialen Arztpraxis zu berichten und sich mit den Bochumer UnterstützerInnen auszutauschen. Maria (Vorsitzende des Freundeskreises der „Sozialen Arztpraxis und Apotheke Artas“ und Maria, Freiwillige) berichten über ihren Alltag in der 40.000-Einwohner Universitätsstadt am ionischen Meer.  Sie erzählen von Menschen, die zu Fuß Dutzende Kilometer zur sozialen Arztpraxis zurücklegen, von Alten, die zunehmend auf Nahrungsmittelspenden angewiesen sind, oder von einer Großmutter und ihrem verwaisten Enkelkind, die von 350 Euro monatlich leben. Und sie erzählen von der Kraft, die ihnen die Tätigkeit und die Unterstützung der Bochumer Initiative geben.

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Was können wir für die Unterstützung der Geflüchteten und der Bevölkerung in Griechenland tun? Was können wir voneinander lernen? Wie können wir gemeinsam handeln? Diese und andere Fragen werden wir am Samstag, den 12.12.2015 mit den Griechinnen diskutieren. Rebetiko Livemusik von Bochumer Musikern, außerdem Getränke und Snacks runden den Abend ab.

Alle Einkünfte und Spenden gehen an eine Initiative zur Unterstützung der Geflüchteten in Griechenland.

Die Veranstaltung wird unterstützt von der Rosa-Luxemburg Stiftung

hellassolibo@web.de

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