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Leave noone behind! Niemand zurücklassen!

Idomeni 2016

„Es geht um Leben und Tod“, sagte NRW-Ministerpräsident in einer Pressekonferenz zu Beginn der Coronakrise. Das muss auch für die Geflüchteten in den griechischen Lagern gelten. Wir fordern die NRW-Landesregierung und alle Verantwortlichen dazu auf, alle notwendigen Vorkehrungen zu treffen, um die Camps auf den griechischen Inseln zu evakuieren!

Denn zwar ist im Camp Moria auf der Insel Lésvos bisher noch keine Infektion aufgetreten, doch ist dies angesichts der Überfüllung mit 25.000 Menschen und fehlender sanitärer Einrichtungen nur noch eine Frage der Zeit. Gut, dass die EU nun für rund 1.500 unbegleitete Kinder und Jugendliche eine Aufnahme beschlossen hat, doch auch brauchen auch die Familien und übrigen Erwachsenen dringend eine Möglichkeit, sicher aus Moria auszureisen. Jede Minute zählt, schon wurden in der vergangene Woche zwei griechische Camps unter Quarantäne gestellt: Das Camp Ritsona nördlich von Athen, wo 2.500 Geflüchtete leben, mit 20 Infizierten und das Camp Malakása, ebenfalls in der Nähe von Athen, wo ein 53-Jähriger Afghane erkrankt ist und nun stationär behandelt wird.

Angesichts der prekären Lage der griechischen öffentlichen Gesundheitsversorgung fordert Konstantinos Moutzouris, der Gouverneur der drei östlichen Ägäisinseln Samos, Chios und Lesvos, die unverzügliche Evakuierung der Camps auf den Inseln, um der potenziellen Ausbreitung des Virus vorzubeugen. Man muss sich dabei vor Augen führen, dass es auf Lésvos und den meisten griechischen Inseln nur eine medizinische Basisversorgung gibt, sodass die BewohnerInnen im Falle einer ernsten Erkrankung nach Athen oder Thessaloniki ausgeflogen werden müssen.

Dabei ist das griechische Gesundheitssystem seit Jahren kaputtgespart. Vor der Coronakrise gab es nach Angaben des ehemaligen Gesundheitsministers Polakis in Griechenland zwischen 550 und 700 Intensivbetten. Daran dürfet sich bis zum Ausbruch der Krise nicht viel geändert haben. Nun mietet die Regierung für 1.800 € pro Tag und Bett Kapazitäten auf den Intensivstationen privater Kliniken an. Im Vergleich dazu kostet ein Intensivplatz in einem öffentlichen Krankenhaus nur ca. 800 €. Mit Spenden griechischer Reeder will die Regierung das Nötigste anschaffen: die Onassis-Stiftung gab 7,7 Mio € für eine Lieferung von 13,5 Mio Atemschutzmasken aus China, die für medizinisches Personal in den Krankenhäusern bestimmt sind. Die Vereinigung der Griechischen Reeder spendete 10 Mio € für 100 neue Betten auf Intensivstationen und rund 335 neue Beatmungsgeräte. Weitere 65 Beatmungsgeräte spendete das Unternehmen Mytilineos.

Die folgende Grafik vergleicht die Ausgaben für die öffentlichen Gesundheitssysteme in sechs europäischen Staaten.

https://saveourservices.de/corona-krise-wie-deutsche-politikerinnen-den-gesundheitsnotstand-der-eu-verschärften

Wir unterstützen die Kampagne #LeaveNoOneBehind des Grünen-Europaabgeordneten Erik Marquardt https://erik-marquardt.eu und der Organisation Seebrücke. Wir appellieren sofort alles zu tun, um eine humanitäre Katastrophe abzuwenden!

Wir fordern Euch auf die Petition #LeaveNoOnebehind zu unterzeichnen:

https://www.change.org/p/leavenoonebehind-jetzt-die-corona-katastrophe-verhindern-auch-an-den-außengrenzen?signed=true

https://seebruecke.org/leavenoonebehind/aufruf/

Quellen:

https://www.dw.com/en/coronavirus-surfaces-in-greek-migrant-camp/a-52999309

http://www.ekathimerini.com/251258/article/ekathimerini/news/ritsona-refugee-camp-quarantined-after-20-test-positive-for-covid-19

https://www.tagesschau.de/ausland/fluechtlinge-eu-139.html

https://www.griechenland.net/nachrichten/politik/27090-im-kampf-gegen-coronavirus-spenden-von-beatmungsgeräten-und-schutzmasken