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Hellas Solidarität Bochum unterstützt Geflüchtete in Idomeni

Wie angekündigt besuchten wir als Vertreter*innen der Hellas Solidarität Bochum vom 30. März bis zum 3. April 2016 Thessaloniki, um die im März von vielen Spender*innen erhaltenen 11.300 Euro direkt in Griechenland zugunsten der Geflüchteten einzusetzen. Wir bedanken uns ganz herzlich bei allen Spender*Innen! Ihr seid vorbildlich! Im folgenden Text möchten wir berichten, wofür wir die Gelder eingesetzt haben und wie unser Besuch in Thessaloniki verlief. Dabei schildern wir auch einige persönliche Begegnungen mit solidarischen Gruppen und Personen.

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Direkt nach unserer Ankunft am Mittwochabend besuchten wir den „Solidarischen Frauentreff Thessaloniki“ (Χώρος Αλληλεγγύης Γυναικών) im Zentrum Thessalonikis. Dort wurden wir von verschiedenen Aktivistinnen, u. a. der Vorsitzenden Voula Taki, empfangen. Mit ihnen konnten wir uns über unsere Aktivitäten und insbesondere die Flüchtlingssituation in Idomeni, Thessaloniki und Umgebung austauschen. Der offene Frauentreff Thessaloniki wurde vor einigen Jahren gegründet, um die von der Eurokrise und der Kürzungspolitik in Griechenland besonders stark betroffenen Frauen und ihre Kinder zu unterstützen. Denn die Arbeitslosigkeit von ca. 25 Prozent trifft oft Frauen und führt damit besonders häufig zu Armut, zusätzlich leiden sie unter der gerade in Krisenzeiten ansteigenden häuslichen Gewalt. Aktuell liegt ein Schwerpunkt ihres Engagements in der Unterstützung von flüchtenden und migrierenden Frauen und ihren Familien.

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Im Frauentreff lernten wir auch eine flüchtende Syrerin mit ihrer Tochter und ihrem Sohn kennen. Die Aktivistinnen organisierten und begleiteten einen Krankenhausbesuch für den an Diabetes erkrankten Jungen und brachten die Familie zwischenzeitlich bei sich privat unter. Der Mann und Vater befindet sich indes bereits als anerkannter Flüchtling mit einem älteren Sohn der Familie in Gelsenkirchen, die Mutter der Frau in Bochum. Aufgrund des Diabetes des Jungen war der Vater zunächst ohne seine Frau und die beiden jüngeren Kinder nach Deutschland gekommen. Die Aktivistinnen des Frauentreffs wollen sich nun gemeinsam mit der Familie beim deutschen Generalkonsulat in Thessaloniki für eine Familienzusammenführung einsetzen.

Am Donnerstagmorgen kauften wir zusammen mit Aktivistinnen des Frauentreffs Hygieneartikel, Trinkflaschen und Kinderkleidung im Wert von knapp 1.100 Euro und verteilten sie anschließend im Flüchtlingscamp Idomeni. Dazu nutzten wir den Stand der NRO PRAKSIS (s. u.) während der Essensausgabe. Die Situation im Camp war an diesem sonnigen und warmen Tag insgesamt ruhig, aber wir konnten die Anspannung unter den Geflüchteten spüren. Zum Zeitpunkt unseres Besuches hielten sich hier etwa 11.500 Geflüchtete und Migrant*innen auf, darunter sehr viele Kinder, die zum Teil unbegleitet und auf sich allein gestellt sind. Einen Großteil der Hilfe leisten, wie in allen nichtoffiziellen Camps in Griechenland, unabhängige Helfer*innen, sogenannte Freiwillige, ohne deren Einsatz die Situation in Idomeni unerträglich sein dürfte. Zweimal am Tag können sich die Flüchtlinge und Migrant*innen Essen an der zentralen Verteilstation abholen. Da dies aber nur reicht, um den schlimmsten Hunger zu stillen, bereiten sich viele Geflüchtete zusätzlich Essen auf Feuerstellen zu, die sie aus Blechkanistern und anderem Material improvisieren und vor den Zelten aufstellen.

Idomeni Asylum Service does not answer. Call again in next life

In der Nacht von Samstag, den 1. April, auf Sonntag, den 2. April, soll es zum wiederholten Mal zu Auseinandersetzungen unter einigen Geflüchteten gekommen sein. Die Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit nehmen angesichts der fehlenden Aussicht auf eine Weiterreise nach Mittel- und Nordeuropa und der schlechten Lebensbedingungen im Camp zu, hinzu kommen die psychische Belastung aufgrund des langen Aufenthalts in Lagern und die Traumata aus den Kriegs- und Fluchterlebnissen.  Das Leben im Lager besteht häufig aus stundenlangem Anstehen an den Essensausgaben, bei Ärzten oder nach Dokumenten. Viele Flüchtende sind nun seit zwei Monaten den desaströsen Verhältnissen in Idomeni ausgesetzt. Entladungen aufgestauter Aggression und Frustration sind da unumgänglich. Gewollte oder zumindest in Kauf genommene Nebeneffekte einer Politik der geschlossenen Grenzen? Die aktuell von der griechischen Regierung offiziell avisierte Frist zur Räumung des Lagers Idomeni ist Ende April.

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Neben den offiziellen Lagern, die vom Militär betrieben werden, wie das Lager im Hafen von Thessaloniki selbst, bei Nea Kavala und bei Kilkis (Cherso), bestehen in der weiteren Umgebung von Thessaloniki diverse informelle, „wilde“ Camps. Auf dem Weg nach Idomeni machten wir einen Stopp auch in einem solchen Camp, das sich auf dem Gelände einer Tankstelle bei Polikastro befindet und in dem etwa 800 Flüchtende leben. Wie wir erst nach unserer Rückkehr aus den Medien (u. a. Liveticker Eidomeni: http://livetickereidomeni.bordermonitoring.eu) erfuhren, begann dort am Samstag, den 2. April, eine weitere Blockade der Fernstraße E75 zwischen Thessaloniki und der FYRO Makedonien für LKW, die bis zum 3. April andauerte. Wie Neal McQueen, ein seit einigen Monaten aus Griechenland berichtender Fotograf, in seinem Blog ‚perilioushope‘ schreibt (http://periloushope.tumblr.com), ging der Protestaktion die Schließung des Doktorzeltes durch die griechische Polizei im Camp voraus. Am 4. April wurde dann laut verschiedener Quellen die E75 auch durch Flüchtende des Camps bei Idomeni auf Höhe des Hotels „Hara“ blockiert.

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Am Freitag, den 1. April, trafen wir uns, begleitet von Voula Taki, mit der NRO PRAKSIS (Programs of Development, Social Support and Medical Cooperation) in einem ihrer Praxisräume in Thessaloniki und informierten uns über ihre Arbeit. PRAKSIS hat es sich zum Ziel gesetzt, den sozialen und wirtschaftlichen Ausschluss sozial schwacher Gruppen zu bekämpfen und deren persönliche und soziale Rechte zu verteidigen. Sie betreuen sowohl griechische Arme und Obdachlose, als auch Flüchtende, stellen Tages- und Dauerunterkünfte für Obdachlose und Asylsuchende und sichern darüber hinaus über verschiedene Polykliniken und mobile medizinische Einheiten deren medizinische Versorgung.

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PRAKSIS erhielten von uns medizinisches Equipment, u. a. eine Babywaage und ein Blutdruckmessgerät, im Wert von 500 Euro zur Unterstützung einer mobilen medizinischen Einheit für Flüchtende in Idomeni und Thessaloniki, das wir in einer Apotheke in Thessaloniki gekauft hatten. Die weitere finanzielle Unterstützung in der Höhe von 1000 Euro für einen Einkauf zum Aufbau einer zusätzlichen mobilen medizinischen Einheit wurde an diesem Tag vereinbart.

Am Nachmittag kauften wir gemeinsam bei Bios COOP ein, einem kooperativen nonprofit Biosupermarkt in Thessaloniki, der überwiegend biologisch angebaute, gentechnikfreie Produkte aus der Umgebung Thessalonikis verkauft. Um die Produkte erschwinglich zu machen, umgeht Bios COOP den Zwischenhandel und arbeitet direkt mit der landesweit vertretenen „Greek Food Coop“ zusammen, in der sich Landwirtschaftskooperativen und kleine Produzenteneinheiten zusammengeschlossen haben, um qualitativ hochwertige, lokale Produkte zu günstigen Preisen bei gleichzeitig fairer Bezahlung der Produzenten herstellen zu können.

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Die bei Bios COOP gekauften Lebensmittel im Wert von etwa 410 Euro werden von den Aktivistinnen vom Frauentreff eingesetzt, um Flüchtlingsfamilien zu versorgen, die beispielsweise aufgrund von Krankheit oder Schwangerschaft besonders gefährdet sind und deshalb privat bei Aktivistinnen des Frauentreffs untergebracht werden.

Nachdem wir bereits vor unserem Besuch in Thessaloniki ca. 4.800 Euro aus Spendengeldern für Flüchtende in Idomeni, für Zelte, Medikamente, Nahrungsmittel und Hygieneprodukte eingesetzt hatten, konnten damit nun also weitere ca. 4.530 Euro für diese Zwecke direkt in Nordgriechenland verwendet werden.

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Vom Freitagabend bis zum Sonntag stand unsere Reise dann ganz im Zeichen der Sozialen Arztpraxen. Bei einem Abendessen mit Vertreter*innen der Sozialen Arztpraxis und Apotheke Arta (KIFA Arta), die von der Bochumer Hellas-Solidarität seit Juni 2015 regelmäßig unterstützt wird und die mit einer Delegation im Dezember letzten Jahres Bochum besucht hatte, tauschten wir am Freitagabend Informationen u. a. über die aktuelle Situation der Flüchtenden im staatlichen Flüchtlingslager Filippiada bei Arta und in Bochum aus. Die Aktivist*innen der KIFA Arta betreuen, über ihre Aufgaben in der solidarischen Krankenversorgung in Arta hinaus, Flüchtende in diesem, etwa 50 km südlich von Arta entfernten Camp (Filippiada). Für diesen Zweck stellten wir ihnen 2.000 Euro zur Verfügung, mit denen sie gerne einen Spielplatz für die Geflüchteten im Lager Filippiada bauen würden. Außerdem gaben wir der Sozialen Arztpraxis und Apotheke Arta im Namen der Hellas-Solidarität Bochum 1.500 Euro für die Belange der Arztpraxis, die wir bereits vor dem Spendenaufruf vom März zugunsten der Praxis eingesammelt hatten.

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Am Samstagvormittag nahmen wir als Unterstützer*innen der Sozialen Arztpraxis und Apotheke KIFA Arta am gesamtgriechischen Treffen der griechischen solidarischen Arztpraxen in Thessaloniki teil, dessen Abschlussdokument u.a. die weitere Notwendigkeit der Unterstützung der Menschen ohne Zugang zum staatlichen Gesundheitssystem und besonders der in Griechenland gestrandeten Geflüchteten betont. Die rund 25 anwesenden Solidarischen Arztpraxen und Apotheken wenden sich darin entschieden gegen jegliche Vereinnahmung ‒ auch seitens der Regierung ‒ und betonen ihre demokratischen Entscheidungsstrukturen. (Presseerklärung griechisch hier: http://www.solidarity4all.gr/el/news/5η-πανελλαδική-συνάντηση-κιφα-η-ανάγκη-που-μας-γέννησε-εξακολουθεί-να-υπάρχει ).

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Anlässlich der Vorstellung ihrer Aktivitäten durch die Vorsitzende der Sozialen Arztpraxis und Apotheke erhielten wir die Gelegenheit von unserer Initiative und der Zusammenarbeit mit Arta zu berichten. Natürlich erzählten wir auch von unserem Spendenaufruf für Idomeni und unseren Aktivitäten während unseres Besuchs in Griechenland. Aber wir übermittelten auch Informationen über die Situation der Geflüchteten in Deutschland und von den vor dem Rathaus streikenden Geflüchteten in Bochum. (http://www.bo-alternativ.de/2016/04/07/erklaerung-der-gefluechteten-des-protestcamps-vor-dem-rathaus/) Aktuell machten wir in Thessaloniki außerdem auf den mehrsprachigen Aufruf „Trains of Hope“ aufmerksam, der den sofortigen Einsatz der freien Eisenbahn-Kapazitäten der Deutschen Bahn AG auf der Verbindung Athen – Thessaloniki – Berlin fordert, um die Geflüchteten aus Idomeni nach Deutschland zu bringen (http://faktencheckhellas.org/appell/ ).

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Am Nachmittag wurden wir von Maria und Haris interviewt. Maria ist Lehrerin und Aktivistin der sozialen Arztpraxis Arta, Haris ist Professor für Ökonomie in Preveza und schreibt Artikel für lokale Zeitungen und gelegentlich für die überregionale Zeitung EfSyn, die nach dem Konkurs der Vorgängerzeitung Eleftherotypia von den Redakteur*innen und Angestellten übernommen wurde und seitdem sehr erfolgreich genossenschaftlich weiter geführt wird. Die Ergebnisse des Gedankenaustausches, in dem es um die Austeritätspolitik und ihre Auswirkungen, die Sozial- und Flüchtlingspolitik, die politische Lage in Griechenland, Deutschland und Europa, insbesondere unter dem Gesichtspunkt des Erfolges rechtsextremer Bewegungen und Parteien sowie um solidarische Initiativen und NGOs in der Sozial- und Flüchtlingsarbeit ging, sollen in lokalen Zeitungen in Arta und möglicherweise in der Zeitung EfSyn publiziert werden.

Insgesamt konnten wir im Zusammenhang mit dem Spendenaufruf für die Flüchtenden in Idomeni vom 1. März in kurzer Zeit ca. 11.300 Euro an Spenden sammeln und diese bis zum 3. April für Flüchtende in Griechenland einsetzen. Das gespendete Geld ist in voller Höhe den Flüchtenden zugutegekommen, die Reise nach Thessaloniki wurden von uns selbst als Mitglieder der Hellas Solidarität komplett privat finanziert. An dieser Stelle bedanken wir uns noch einmal ganz herzlich bei allen Spender*innen und den solidarischen Initiativen in Griechenland.

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#stateofsolidarity – Ακτιβίστριες του ΚΙΦΑ Άρτας στο Bochum Γερμανίας

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Οι εικόνες αυτής της βραδιάς Δεκεμβsoli-fest-arta_001ρίου δεν στερούνται κάποιας σουρεαλιστικότητας. Σε νέον κόκκινο χρώμα αστράφτει το σλάιντ με το „χασταγκ“ ευρωπαϊκών πρωτοβουλιών #stateofsolidarity στο φόντο της σκηνής, η οποία βυθίζεται σε πορφυρό. Ένα ντέφι με 60 εκατοστά διάμετρο και λευκοκίτρινο τύμπανο φέγγει σαν το φεγγάρι στο δειλινό της σκηνής αναμένοντας να χτυπήσει στον παλμό της παρέας των Ρεμπετών γύρω από τον Δημήτρη Πραντέκο. Καθώς ακούει το κοινό – που αποτελείται από 100 και πλέον άτομα – τα πρώτα ενόργανα κομμάτια, εμφανίζονται στο φόντο φώτo με σύγχρονα ελληνικά και γερμανικά περιστατικά του περασμένου χρόνου: εικόνες της αναχώρησης προσφύγων στην Λέσβο, εικόνες των ερείπιων του εργοστασίου της Opel στο Bochum, που έκλεισε τέλος του 2014, εικόνες από μία κινητοποίηση για την αλληλεγγύη στην Ελλάδα στο θέατρο του Μπόχουμ, μία τεράστια ντουντούκα, ένα πανό της ελληνικής κοινότητας με την ελληνική στατιστική ανεργίας, ο Τσίπρας στο δωμάτιο μακιγιαρίσματος στο πρωτοσέλιδο των Times και τελικά εικόνες του κοινωνικού ιατρείου και φαρμακείου Άρτας, από το οποίο έχουν έρθει δύο ακτιβίστριες στο Bochum και διηγούνται.

soli-fest-arta_020Η Μαρία Μπάρκα και η Μαρία Μπαλάσκα μετά από πρόσκληση της ομάδας Hellas-Solidarität-Bochum περιγράφsoli-fest-arta_026ουν την κατάσταση στην πόλη τους, την Άρτα, η οποία ανήκει στις φτωχότερες περιοχές στην Ελλάδα και στην Ευρώπη εξίσου έντονα όσο και συγκινητικά: Αναφέρονται σε πάνω από 35 οικογένειες, οι οποίες δεν διαθέτουν ούτε ένα Ευρώ εισόδημα και δεν έχουν τα λεφτά για καμία ιατρική περίθαλψη. «Η Υγεία είναι ανθρώπινο δικαίωμα», λέει η πρόεδρος του συλλόγου Μαρία Μπάρκα, «και αυτός ήταν ο λόγος που ανοίξαμε πέρσι soli-fest-arta_054το κοινωνικό ιατρείο και φαρμακείο στην Άρτα», μία από τις περίπου 50 παρόμοιες πρωτοβουλίες σε όλη την Ελλάδα. Μιλάει για ανθρώπους που κατεβαίνουν από τα τριγύρω βουνά των Τζουμέρκων στον κάμπο και περπατούν πολλά χιλιόμετρα για να φθάσουν στο κοινωνικό ιατρείο να πάρουν δωρεάν φάρμακα η να κλείσουν ραντεβού με έναν εθελοντή γιατρό. «Όλα αυτά όμως δεν βοηθούν όσο καιρό αυτοί οι άνθρωποι πεινούν», τονίζει η Μαρία Μπαλάσκα, και αυτό ισχύει για όλο και περισσότερους ανθρώπους, που πλήττονται από τις περικοπές της πολιτικής σκληρής λιτότητας που έχει επιβληθεί στην Ελλάδα με τα μνημόνια.

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Η συγκίνηση των ακτιβιστριών από την Άρτα για το μεγάλο ενδιαφέρον στο Μπόχουμ για την πρωτοβουλία τους γίνεται αισθητή σε όλους και μεταδίδεται άμεσα στους ακροατές γερμανικής ή ελληνικής καταγωγής στο στολισμένο και εύχωρο θάλαμο του συνδικάτου των υπαλλήλων στις δημόσιες υπηρεσίες και τις ασφαλίσεις ver.di, και θέλουν να μάθουν με ποιο τρόπο μπορούν να υποστηρίξουν την πρωτοβουλία στον Ιόνιο από την Γερμανία. «Το καταλληλότερο είναι χρηματικές δωρεές για να αγοράσουμε εμείς τα συνηθισμένα φάρμακα στην Άρτα, γιατί πολλοί από τους ασθενείς, που πολλές φορές είναι μόνο ελάχιστα μορφωμένοι δεν εμπιστεύονται τις ετικέτες στις συσκευασίες φαρμάκων τις οποίες δεν συνηθίζουν ή σε άλλους παραγωγούς», λέει η Μαρία Μπάρκα, πρόεδρος του συλλόγου «Φίλοι του Κοινωνικού ιατρείου και Φαρμακείου Άρτας», εκτός του ότι για χρόνιες παθήσεις είναι εξαιρετικά σημαντικά τα μακρόχρονα προγράμματα περίθαλψης, όπως τονίζει ο ιατρός Dr. Klaus Piel, ο οποίος διαθέτει στην Hellas-Solidarität-Bochum τον λογαριασμό του δικού του μην κερδοσκοπικού και κοινωφελούς συλλόγου «Ανθρωπιστική βοήθεια στην Κούβα Bochum» για την συλλογή των δωρεών διά καταθέσεων.

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Επειδή, εξηγεί η Μαρία Μπάρκα: «Με δεδομένο τα capital controls του περασμένου Ιουλίου στην Ελλάδα απαγορεύεται να ανοίξει κανείς καινούριο λογαριασμό, εκτός από την περίπτωση που ξεκινάς τις σπουδές ή πρώτη φορά εργασία.» Πέρα από τις χρηματικές δωρεές θεωρείται σαν καλή ιδέα και η αποστολή προσωπικών δεμάτων με τρόφιμα στην Άρτα, π.χ. κονσέρβες κρέατος ή ζυμαρικά. Μεταδοτική, αυτό φαίνεται σ‘αυτήν την ζεστή βραδιά, είναι προφανώς η ελληνογερμανική αλληλεγγύη.

soli-fest-arta_029Όμως η συζήτηση δεν αγγίζει μόνο την ανθρωπιστική βοήθεια, αλλά και την πολιτική και κοινωνική υποστήριξη των ανθρώπων που πάσχουν από την ευρωπαϊκή πολιτική λιτότητας των μνημονίων στην Ελλάδα, η οποία υπηρετεί ιδιαίτερα την ανακεφαλαιοποίηση των τραπεζών. Κι έτσι αρχίζει στο ακροατήριο της εκδήλωσης μία συζήτηση για το εάν η ελληνική κοινότητα της Γερμανίας θα έπρεπε να είχε μιλήσει με μία κοινή φωνή και να είχε αντιδράσει στην πολιτική της συγκυβέρνησης του Βερολίνου ενάντια στην Ελλάδα για να μην δημιουργηθεί και έπειτα εδραιωθεί η εντύπωση η οποία ενορχηστρώθηκε συνειδητά, ότι τα δισεκατομμύρια Ευρώ ήταν δώρα των Γερμανών φορολογούμενων κι όχι δάνεια με ακριβά επιτόκια των κρατών -μελών της ΕΕ.

«Όχι» λέει με μεγάλη σαφήνεια μία γυναία με ελληνική καταγωγή, «δεν ήταν οφειλή μας, των Ελλήνων της Γερμανίας, αλλά κυρίως «καθήκον των Γερμανών να καταδικάσουν αυτή την πολιτική», η οποία εξελίχθηκε σε μία τρομακτική εκστρατεία φημολογίας που φορτωμένης με εθνικιστικά στερεότυπα που διεξήχθη από τα κυριότερα γερμανικά και ελληνικά ΜΜΕ. Όμως γίνεται κατανοητό μετά από μερικά λεπτά ότι δεν βοηθάει να φέρνει εκ των υστέρων, ο ένας στον άλλον την ευθύνη για ότι συνέβη η παραλείφθηκε, αλλά ότι εμείς σαν Ευρωπαίοι καλούμαστε να υπερασπίσουμε τις αρχικές αξίες της Ευρώπης.

soli-fest-arta_060Μετά την συζήτηση έπεσε η νύχτα, οι ορχήστρα παίζει χορευτικούς ρυθμούς και το κόκκινο φόντο του ηλιοβασιλέματος στα σκηνικά τώρα δίνει χώρο στο τουρκουάζ και γαλάζιο του ποταμού Άραχθου, την αρτηρία ζωής της Άρτας. Πάνω από τα κεφάλια τους αστράφτει η περίφημη γέφυρα της Άρτας, το μνημείο της πόλης σαν ένα σύμβολο για όλη την βραδιά: Μία γέφυρα μεταξύ του Bochum και της Άρτας, η οποία ανοίγει την ευκαιρία για την προσωπική επικοινωνία και ανατινάζει τα στερεότυπα μεταξύ των Ευρωπαίων. Και έτσι ξεκινάει ίσως το σημαντικότερο κομμάτι της βραδιάς, οι προσωπικές κουβέντες μεταξύ των επισκεπτών από την Άρτα και των ανθρώπων στο Bochum. soli-fest-arta_061Και ίσως είναι η νοοτροπία των ανθρώπων στην βορειοδυτική περιοχή της Γερμανίας, του Ρουρ, και της επίσης βορειοδυτικής Ηπείρου, ότι πιάνουν με άνεση την κουβέντα – παρευρίσκονται και στις μικρές παρέες μεταφράστριες – και δημιουργούνται παντού μικρά γιοφύρια Άρτινα. Και τούτο είναι που θα μπορούσε να αποτελέσει τον πυρήνα της έννοιας του #stateofsolidarity, η επιλογή για μία στάση αλληλεγγύης και όχι ενός πολιτισμού του τρόμου.

Το πρόγραμμα της επίσκεψης της αποστολής του ΚΙΦΑ Άρτας περιείχε πέρα από την δημόσια εκδήλωση και την ανταλλαγή ιδεών με την κοινωνική πρωτοβουλία γειτονιάς Alsenwohnzimmer e.V., με την οποία συζητήθηκαν ιδέες και συλλογικές δομές της share-economy, όπως π.χ. ένας κοινωνικός κήπος, που φυτεύτηκε και καλλιεργείται συλλογικά εκεί, η ανακύκλωση και αναδιανομή τροφίμων, ή η προσφορά χώρου για διάφορες πρωτοβουλίες, όπως π.χ. για ένα repair-café, που επισκευάζουν χαλασμένες ηλεκτρικές συσκευές υπό την επιθεώρηση ενός εθελοντή μηχανικού. Επιπλέον οι Ελληνίδες επισκέπτριες συνοδεύτηκαν από την δήμαρχο του δήμου Langendreer (μία συνοικία του Bochum), τον εθελοντή γιατρό του κέντρου καθώς και τοπικών ομάδων στήριξης των προσφύγων σε ένα κέντρο πρώτης υποδοχής για πρόσφυγες που διαχειρίζεται το κρατίδιο της Ρενανίας Βεστφαλίας.soli-fest-arta_021

Η επίσκεψη των γυναικών απ’την Άρτα αποτελεί τη συνέχεια της επίσκεψης των μελών της ομάδας Hellas-Solidarität Bochum τον περασμένο Ιούλιο στην Άρτα. Το ταξίδι από την Άρτα στο Bochum χρηματοδοτήθηκε από το ίδρυμα Rosa-Luxemburg στο Βερολίνο. Περισσότερες πληροφορίες βρίσκονται στην ιστοσελίδα www.hellassolidaritaetbochum.wordpress.com καθώς και ο τραπεζικός λογαριασμός για τις δωρεές σας.

Δημοσιεύτηκε και στο 3pointmagazine.gr εδώ.

#stateofsolidarity – Aktivistinnen der Sozialpraxis Arta in Bochum

Για το ελληνικό κείμενο κάντε κλικ εδώ.

Die Bilder dieses Dezemberabends entbehren nicht einer gewissen Surrealität, neonrot leuchtet das Diasoli-fest-arta_001 mit dem hashtag europäischer Initiativen #stateofsolidarity hinter der in Purpur getauchten Bühne auf.  Ein mondrundes Tambourin von 60 cm Durchmesser und gelblich weißer Bespannung scheint im Abendrot der Bühne, und wartet auf den Pulsschlag der Rembetikomusiker rund um Dimitris Pradekos. Während die nahezu 100 BesucherInnen den ersten instrumentellen Stücken zuhören, leuchtet im Hintergrund eine Bilderserie mit Ereignissen der deutschgriechischen Gegenwart des vergangenen Jahres auf: Bilder der Ankunft von Geflüchteten auf der Insel Lesvos, Bilder von der Ruine des Ende 2014 geschlossenen Bochumer Opelwerks, Bilder der Solidaritätskundgebung für Griechenland am 9. Mai vor dem Bochumer Schauspielhaus, ein riesenhaftes Megafon, ein Transparent der hellenischen Gemeinde mit den griechischen Arbeitslosenzahlen, Tsipras in der TV-Maske auf dem Titelbild der Times und schließlich Bilder der Sozialpraxis und Apotheke in Arta, von der an diesem Abend zwei Aktivistinnen in Bochum sind und berichten.

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Maria Barka und Maria Balaska beschreiben auf Einladung der Gruppe Hellas-Solidarität Bochum die Situation in ihrer Heimatstadt, die zu den ärmsten Regionen Griechenlands und Europas gehört, ebenso eindringlich wie berührend: Sie berichten von über 35 Familien, die nicht über nur einen einzigen Euro Einkommen verfügen und sich keinerlei medizinische Versorgung leisten können. „Gesundheit ist ein Menschenrecht“, sagt die Vorsitzende des Vereins Maria Barka, und „das war der Grund, im letzten Jahr die Sozialpraxis und Apotheke in Arta zu gründen, eine von rund 50 solcher Gesundheitsinitiativen in ganz Griechenland“. Sie erzählt von Menschen, die aus dem umliegenden Tsoumerka-Gebirge kilometerweit zu Fuß in die Ebene herabsteigen, um in der Sozialpraxis Medikamente zu erhalten oder einen kostenlosen Arzttermin zu vereinbaren. „Doch all das hilft nichts, solange diese Menschen hungern“, schränkt Maria Balaska ein, und das betrifft immer mehr Menschen, die von der rigorosen Kürzungspolitik der Memoranden betroffen sind.

soli-fest-arta_058Die Rührung der beiden Aktivistinnen aus Arta über das große Interesse in Bochum an ihrer Initiative ist spürbar und überträgt sich schnell auf die nahezu 100 Zuhörer mit deutschem und griechischen Hintergrund im großen Saal der Gewerkschaft ver.di, von denen viele jetzt wissen wollen, wie sie der Initiative am Ionischen Meer von Deutschland aus helfen können. „Am besten geeignet sind Geldspenden, sodass wir die gewohnten Medikamente in Arta kaufen können, denn viele der oft nur wenig gebildeten Patienten vertrauen ungewohnt verpackten Medikamenten oder anderen Herstellern nicht“, sagt Maria Barka, die Vorsitzende des Vereins „Freundsoli-fest-arta_054e der Sozialpraxis und Apotheke Arta“, einmal abgesehen davon, dass für chronische Krankheiten auch kontinuierliche Behandlungspläne wichtig sind, wie Dr. Klaus Piel anmerkt, der der Gruppe Hellas-Solidarität-Bochum das Konto der als gemeinnützig anerkannten Humanitären Cubahilfe Bochum e.V. für die Sammlung der Spenden zur Verfügung gestellt hat. Denn, so erklärt Maria Barka: „Unter den seit Juli auferlegten Kapitalverkehrskontrollen ist es in Griechenland nicht erlaubt neue Konten zu eröffnen, es sei denn man beginnt ein Studium oder nimmt erstmalig eine Beschäftigung auf.“ Eine gute Idee sei es, neben den Geldspenden auch „Care-Pakete“ mit Nahrungsmitteln nach Arta zu senden, beispielsweise Fleisch aus Konserven oder Teigwaren. Ansteckend, das zeigt sich an diesem Abend, das ist die deutschgriechische Solidarität in der Tat.

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Doch in der Diskussion geht es nicht nur um karitative Hilfe, sondern auch um die politische und soziale Unterstützung der von der europäischen Kürzungspolitik unter den Memoranden betroffenen Menschen in Griechenland, die besonders der Rekapitalisierung der Banken dient. Und so wird diskutiert, ob die griechische Community in Deutschland mit einer Stimme auf die Politik der Berliner Koalition gegenüber Griechenland hätte reagieren müssen, um so klar zu machen, dass es sich bei den Milliarden um teuer verzinste Kredite der EU-Staaten und der übrigen Institutionen handelt, und nicht um Geschenke der deutschen Steuerzahler.

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„Nein“, erwidert ganz entschieden eine Diskutantin mit griechischem Hintergrund, das sei keinesfalls Aufgabe der GriechInnen in Deutschland gewesen, sondern zuallererst „die Pflicht der Deutschen, diese Politik anzuprangern“, die sich im Frühjahr 2015 in einer mit nationalistischen Stereotypen aufgeladenen schrecklichen Hetzkampagne in tonangebenden deutschen und griechischen Medien fortsetzte. Doch schnell wird deutlich, dass es nichts bringt, sich im Nachhinein gegenseitig die Verantwortung zuzuschieben, sondern dass wir als EuropäerInnen dazu aufgerufen sind, die ursprünglichen europäischen Werte zu verteidigen.

Nach der Dissoli-fest-arta_060kussion ist es Nacht geworden, die Musiker spielen tanzbare Rhythmen und im Bühnenbild ist nun das Abendrot dem Türkisblau des Flusses Arachthos gewichen, der Lebensader Artas. Über ihren Köpfen strahlt die berühmte Steinbrücke Artas, das Wahrzeichen der Stadt wie ein Symbol für den gesamten Abend: Eine Brücke zwischen Bochum und Arta, die den persönlichen Austausch ermöglicht und die Stereotypen zwischen den Europäern sprengt. Und damit beginnt der möglicherweise wichtigste Teil der Veranstaltung, die persönlichen Gespräche zwischen den Gästen und den BochumerInnen. Und vielleicht liegt es an der Mentalität der Menschen im Ruhrgebiet, das ebenso wie die Region Epiros im Nordwesten des Landes liegt, dass sie zwanglos miteinander ins Gespräch kommen, sich auch in den kleinen Gruppen schnell Übersetzerinnen finden und überall kleine Arta-Brücken entstehen. Und das könnte es sein, was #stateofsolidarity im Kern bedeutet, die Option für einen Standpunkt der Solidarität und nicht einer Kultur der Angst.

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Das Programm des Bochum-Besuchs der Vertreterinnen des KIFA Artas umfasste neben der öffentlichen Informationsveranstaltung auch den Ideenaustausch mit der sozialen Nachbarschaftsinitiative Alsenwohnzimmer e.V., in der sich die beiden Initiativen darüber austauschten, wie in Bochum kollektive Strukturen der share-economy einen Gemeinschaftsgarten anlegen, pflegen und nutzen, Lebensmittel recyceln und umverteilen, oder die als „Nachbarschaftswohnzimmer“ eingerichtete Initiative verschiedenen Initiativen, wie z.B. einem Repair-Café zur Verfügung stellen. Außerdem besuchten die griechischen Gäste das vom Land NRW verwaltete Erstaufnahmelager für Flüchtlinge in Bochum-Langendreer im Beisein der Bezirksbürgermeisterin Andrea Busche, dem dort freiwillig tätigen Arzt und lokalen Flüchtlingsinitiativen.

Die Artaerinnen waren im Rahmen eines Gegenbesuchs zum vorausgegangenen Aufenthalt von Mitgliedern der Gruppe Hellas-Solidarität Bochum im Juli in Arta nach Bochum gereist. Die Reise wurde gefördert mit Mitteln der Rosa-Luxemburg-Stiftung Berlin

Der Artikel erschien auch im Athener online-Magazin 3pointmagazine.gr

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