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Das war unsere Ölausgabe 2020

In diesem Jahr haben wir wegen der Corona-Epidemie auf unser Fest der Begegnung verzichtet. Das war schade, weil wir finden, dass es bei den vergangenen 3 Ölausgaben in den Jahren 2017–2019 immer viele schöne Begegnungen gab, gute Stimmung und auch wunderbare Live-Musik. An unserer gedeckten Tafel mit Brot, Olivenöl und vielen Spezialitäten haben wir gemeinsam gegessen und gesprochen und rundherum getanzt. Dies haben wir in diesem Jahr vermisst. Es war gut, dass wir die größeren Räumlichkeiten des Hauses der Begegnung nutzen durften, um allen MitbestellerInnen das Olivenöl stressfrei und möglichst zügig ausgeben zu können. Das hat wirklich gut geklappt. Dafür danken wir allen Mitwirkenden und MitbestellerInnen. Es waren über 5.000 Liter Mazi-Olivenöl. Unser Projekt Soziale Arztpraxis und Apotheke in Arta freut sich über die Spenden, die sie für Impfungen für Kinder im Lager Philippiáda und für ein Kinderheim in Jánnina aufwenden. (Siehe dazu den Artikel weiter unten)

WAZ berichtet über Öl-Connection-Ruhr

WAZ-Bericht über unsere Öl-Connection-Ruhr

Hellas-Solidarität Bochum holt 1250 Liter fair gehandeltes Olivenöl nach Bochum. Zur Lieferung kam auch Produzent Vassilis Bournas ins Alsenwohnzimmer.

Wenn von Griechenland-Hilfe die Rede ist, bedeutet das meist: Finanzspritzen für Banken und einen maroden Staatshaushalt. Dem von der Krise geplagten griechischen Volk hilft das meist wenig. Direkte Unterstützung im Kleinen leistet Hellas Solidarität: Der Bochumer Verein hat Olivenöl nach Deutschland vermittelt. Vorbesteller konnten die Köstlichkeit im Alsenwohnzimmer abholen.

Insgesamt 1250 Liter haben ihren Weg vom griechischen Dorf Daras ins Revier gefunden. Vassilis Bournas freut sich: Es ist die Hälfte seiner Ernte. Die Hälfte des Erlöses geht direkt an ihn und seine Agrar-Kooperative. Doch es geht um mehr als Geld: „Solche Aktionen setzen dem falschen Diskurs von bösen Deutschen und faulen Griechen etwas entgegen“, findet er. Deshalb ist er zur Öl-Lieferung auch extra nach Bochum gekommen.

Auf vier Hektar Land stehen 700 Olivenbäume

Während sich die Gäste im Alsenwohnzimmer durch griechische Snacks probieren, spricht Bournas über die Produktionsweise in seiner Kooperative Messinis Gea. Kooperativen sind genossenschaftlich organisierte Agrar-Betriebe in Griechenland, Messinis Gea gehört mit 30 Mitgliedern eher zu den kleineren Anlagen. Auf Bournas’ vier Hektar Land stehen etwa 700 Olivenbäume. Nach der Ernte in den Wintermonaten werden die Oliven zunächst von ihren Blättern befreit, danach gepresst und gemahlen. Dieser Masse wird alle Flüssigkeit entzogen, aus dieser destilliert man dann bei etwa 30 Grad Celsius das Öl. Die Ausbeute beträgt je nach Olivensorte 13 bis 20 Prozent.

Nächste Lieferung ist für 2018 geplant

Bournas arbeitet mit der in Griechenland beliebten Olivensorte Koroneiki. Doch den Kunden geht es nicht nur um den reinen Genuss: „Mir geht es darum, bewusst kleine Betriebe zu unterstützen“, sagt der 22-jährige Marc. Dass es Bournas’ Öl nicht im Supermarkt gibt, findet er gut: „Dafür bräuchte es ja riesige Mengen. Und darunter würde die Qualität leiden.“

Das ist hier nicht der Fall. Ob als Zutat für Zaziki und andere Saucen oder als Beigabe zu Brot und Salat überzeugt das Öl aus Daras mit seinem kräftigen, aber unaufdringlichem Aroma. Schade, dass es dieses Jahr keine weitere Lieferung geben wird. Nächstes Jahr will der Verein Hellas-Solidarität die Aktion wahrscheinlich wiederholen. Bournas ist gerne wieder mit dabei: „Gute Freunde erweisen sich in schwierigen Zeiten“, sagt er. „Und Olivenöl ist doch ein schöner Anlass, neue Freunde zu finden.“

>> EIN LITER KOSTET ACHT EURO

  • Ein Liter Olivenöl aus Daras kostete acht Euro. Etwa 4,50 Euro davon gehen direkt an die Kooperative. Der Rest des Geldes trägt die Transportkosten und wird gespendet: 50 Cent pro Literflasche gehen an die soziale Arztpraxis Arta, ein Euro an das Solidaritätsnetzwerk solidarity4all.
  • Für weitere Infos zu Hilfsaktionen von Hellas Solidarität: http://www.oel-connection-ruhr.de

    (Text: Dominik Lenze, WAZ)

Solitaire ou Solidaire? Filmscreening – Diskussion – Rembetiko Live-Musik – 30.09.2016, 19.00 Uhr

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Einsam oder Gemeinsam?
Die Hellas Solidarität Bochum lädt ein, den dieses Jahr entstandenen Dokumentarfilm über die Solidarische Klinik von Thessaloniki anzuschauen und im Anschluss mit einer der Filmemacherinnen, Stavroula Poulimeni, und einer Aktivistin der Klinik, Eva Babalona, zu diskutieren.

Solitaire ou Solidaire?

Ein Film von: Eirini Karagkiozidou, Akis Kersanidis, Aimilia Kouyioumtzoglou, Kiki Moustakidou, Stavroula Poulimeni, Chrysa Tzelepi
70 Minuten (gr. m. dt. U.), Thessaloniki 2016
Wie kein anderes Land hat Griechenland unter der Finanzkrise und Austeritätspolitik Europas zu leiden. Folge ist u.a. ein weitgehender Zusammenbruch des Gesundheitssystems. Um dieser Entwicklung zu begegnen, haben sich Soziale Arztpraxen und Apotheken gegründet, die notleidende Griech*innen und Flüchtende versorgen.
 
Die Dokumentation zeigt die Enstehung, Entwicklung und den Arbeitsalltag der Sozialen Klinik in Thessaloniki (KIA), stellvertretend für über 200 Einrichtungen dieser Art in ganz Griechenland.
 

Für die solidarischen Initiativen stellt sich grundsätzlich die Frage, inwieweit sie staatliche Aufgaben und Verpflichtungen wahrnehmen wollen. Sind sie nur ein Pflaster für die fehlende staatliche Versorgung oder Keimzelle einer solidarischen Alternative?

  
Wo: bei ver.di in Bochum, Universitätsstraße 76,

Wann: am 30.09.2016, um 19.00 Uhr

Grußwort: Katharina Schwabedissen, Gewerkschaftssekretärin bei ver.di, Fachbereich 3 Gesundheit und Soziales
Der Abend wird musikalisch begleitet mit Rembetiko Live-Musik von Dimitris Pradekos und Freunden
Eintritt frei, um eine Spende wird gebeten
kleines Buffet und Getränke vorhanden