Wir unterstützen Bochum SEEBRÜCKE

Seebrücke Bochum
Stoppt das Sterben im Mittelmeer und in der Wüste! 

Website Seebrücke Bochum

Menschen auf dem Mittelmeer sterben zu lassen, um die Abschottung Europas weiter voranzubringen, ist unerträglich und spricht gegen jegliche Humanität. Anstatt Grenzen dicht zu machen und Seenotretter*innen zu kriminalisieren, brauchen wir sichere Fluchtwege und Häfen und solidarische Städte, die bereit sind, Geflüchtete aufzunehmen.

Momentan werden die Rettungsschiffe daran gehindert, Flüchtende auf dem Mittelmeer vor dem Ertrinken zu retten. Das Engagement der Seenotrettungsorganisationen wird kriminalisiert und ihre Schiffe am Auslaufen gehindert. In Seenot geratene Flüchtlinge in das Bürgerkriegsland Libyen zurück zu bringen, verstößt gegen internationales Recht. Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen erklärt: „Nach geltendem Recht müssen Menschen, die aus Seenot gerettet werden, zu einem sicheren Ort gebracht werden.“

Gegen diese menschenverachtende Politik hat sich die internationale SEEBRÜCKE-Bewegung gebildet – getragen von verschiedenen Bündnissen und Akteur*innen der Zivilgesellschaft. Wir solidarisieren uns mit allen Menschen auf der Flucht und fordern sichere Fluchtwege, eine Entkriminalisierung der Seenotrettung und solidarische Städte.

Auch das Sterben im Sandmeer der Wüstenrouten muss ein Ende haben. Für die Abschottung Europas bekommen afrikanische Regierungen viel Geld von Deutschland und von der EU. Die Wüstenroute als möglicher Fluchtweg ist blockiert. Das hat weitreichende Folgen und zwingt Flüchtende auf immer gefährlichere Routen. „Die Wüste ist zu einem riesigen Friedhof geworden“, sagen die Menschen aus den afrikanischen Ländern südlich der Sahara. „Die Toten im Mittelmeer sieht man, die in der Wüste nicht.“ Die Verschiebung der EU-Außengrenze weit in den afrikanischen Kontinent ist tödlich. Mit einer Bekämpfung von Fluchtursachen hat dies nichts zu tun.

Fluchtursachen zu bekämpfen ist richtig – Flüchtlinge dem Sterben auszuliefern ist ein Verbrechen!

Samstag 06.10.2018 // 11:30 Uhr // Bochum
Auftakt: Hauptbahnhof // anschließend Demonstration
12.45 Uhr Kundgebung Dr.-Ruer-Platz

Bekennt Farbe! Unsere Farbe ist Orange!
Zeigt die Farbe der Rettungswesten Orange überall als Zeichen der grenzenlosen Solidarität mit Geflüchteten und der Seenotrettung. Tragt ein orangefarbenes Tuch, ein T-Shirt, eine Warnweste, Fahnen, Schilder, etc.

Forderungen an den Bochumer Rat und an die Bundesregierung:

  • Aktuell übernimmt die Stadt Bochum für 1.000 Geflüchtete weniger Verantwortung, als es der Landesschlüssel für NRW eigentlich vorsieht, weil die zentrale Erstaufnahme von Geflüchteten für NRW in Bochum eingerichtet worden ist. Wir fordern mindestens diese 1.000 Plätze für Geflüchtete zur Verfügung zu stellen, die aus Seenot gerettet worden sind.
  • Ankerzentren für die zentrale Unterbringung von Flüchtlingen lehnen wir entschieden ab. Geflüchtete sollen während ihrer Anerkennungsverfahren dezentral in den Städten untergebracht werden und Gelegenheit haben, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen und die Sprache zu lernen. Für Kinder müssen ausreichend Plätze in Kindertageseinrichtungen und in Schulen zur Verfügung gestellt werden.
  • Alle haben das Recht auf menschenwürdige Wohnverhältnisse. Wir fordern, dass die Stadt Bochum ihr eigenes Unterbringungs- und Betreuungskonzept endlich einhält. Es muss außerdem das Ziel sein, alle Menschen, die in Bochum leben, statt in engen Containern und anderen Massenunterkünften dezentral in eigenen Wohnungen unter zu bringen. Diskriminierende bürokratische Hürden und Regelungen, mit denen die Stadt Geflüchteten aus den meisten Herkunftsländern eine Privatwohnungsnahme verunmöglicht, müssen abgeschafft werden. Nötig ist außerdem eine Offensive für bezahlbare Mieten und kommunalen und gemeinwohlorientierten Wohnungsbau, von der alle in Bochum profitieren.
  • Familien gehören zusammen und Kinder sollten gemeinsam mit ihren Geschwistern und ihren Eltern aufwachsen. Die Begrenzung auf bundesweit 1.000 Personen bei der Familienzusammenführung bedeutet für viele Geflüchtete jahrelang – womöglich sogar für immer – von ihren Familien getrennt zu sein. Wir fordern großzügige Regelungen beim Familiennachzug, um zu verhindern, dass verzweifelte Angehörige auf lebensgefährliche Fluchtrouten gezwungen werden.
  • Zahlreiche Menschen fliehen vor gewaltsamen Konflikten, die auch mit deutschen Waffen ausgetragen werden. Wir fordern, dass das Ausfuhrverbot von Waffen in Krisenregionen endlich konsequent durchgesetzt wird und insgesamt ein Verbot von Rüstungsexporten.
  • Für Menschen, die gezwungen sind, vor Krieg, Klimawandel, Umweltzerstörung, Elend und Verfolgung aus ihren Herkunftsländern zu fliehen, müssen legale und sichere Fluchtwege nach Europa und nach Deutschland eingerichtet werden.

Waldbrandkatastrophe in Attika

Die jüngsten Waldbrände  (23. Juli 2018) haben mehr als 80 Todesopfer gefordert und der Ferienort Mati in der Nähe von Rafina ist ausgelöscht. Die Flammen rasten bei starken Winden mit 70 Km/h durch den Badeort, dessen Bebauung wie in vielen anderen attraktiven Küstenabschnitten Griechenlands größtenteils chaotisch erfolgt ist. Villen und Hotels sind buchstäblich ans Wasser gebaut worden, sodass die Fluchtwege zum Strand vielfach durch Mauern versperrt waren.  Nur wenige Strandabschnitte sind überhaupt noch öffentlich zugänglich. Die Häuser wurden mitten in die Pinien gesetzt, an Fluchtwege und Brandschutz wurde nicht gedacht. Die Ausrüstung von Feuerwehr und Brandwacht sind aufgrund der Kürzungspolitik massiv reduziert worden. Nicht zuletzt wegen der Sparmaßnahmen waren Löschflugzeuge aufgrund von mangelnder Wartung nicht funktionstüchtig oder standen nur in begrenzter Zahl zur Verfügung. Eine Petition fordert, dass die von den Waldbränden betroffenen Gebiete wieder aufgeforstet werden, so wie es das Gesetz auch vorsieht,  und nicht  – wie so oft in der Vergangenheit – als neues Bauland erschlossen werden. Gleichzeitig geht eine enorme Welle an Solidarität durch das Land. Menschen stehen Schlange um Blut zu spenden, an allen Orten werden Medikamente und Hilfsgüter gesammelt, die Zeitungen berichten von Ägyptern und Kurden, Migranten in Athen, die vor den Flammen ins Meer Geflüchtete mit ihren Fischerbooten retteten. Türkische Zeitungen titelten griechisch: „Euer Schmerz ist unser Schmerz“. Und auch in Deutschland sammeln griechische Gemeinden Spenden, Hilfsmittel und Medikamente, darunter die Gemeinden in Wuppertal und Velbert.

Wenn ihr helfen wollt, dann empfehlen wir zunächst folgende offizielle Spendenverbindungen:

Spendenkonto der Kommune Rafina-Pikermi:

ΙΒΑΝ: GR20 0172 1860 0051 8609 2291 418
BIC: PIRBGRAA

Zusätzliche Konten für die Unterstützung der Betroffenen:

-Griechisches Rotes Kreuz:

IBAN: GR6402602400000310201181388
BIC: CRBAGRAA

-Ärzte Ohne Grenzen:

i) IBAN: GR27 0110 1410 0000 1412 9611 217
BIC:BNGRGRAA

ii) IBAN: GR06 0140 1990 1990 0200 2002 401
BIC: CRBAGRAA

iii) IBAN: GR03 0172 0180 0050 1800 5706 640
BIC: PIRBGRAA

Velbert

Die Diskussion zum Öl: Solidartrade – Modell für ein gerechtes Europa?

 

Diskussion mit griechischen und dt. PolitikerInnen, Gewerkschaf­terInnen u. VertreterInnen solidarischer Kooperativen

 

 

 

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17.03.2018 / Sa / 19 Uhr / Halle – Bahnhof Langendreer/ Eintritt frei

Solidartrade – Modell für ein gerechtes Europa?

Veranstalter: Hellas Solidarität Bochum, DGB Ruhr-Mark, Rosa-Luxemburg-Stiftung NRW und Bahnhof Langendreer

PDF zur Diskussion_Solidartrade

Olivenöl ist auf dem Weg – Alles zur Abholung!

Es ist soweit!  Das griechische Olivenöl kommt – an diesem Wochenende!

Per LKW und Fähre legt es die knapp 3.000 Kilometer zurück und dabei das Ionische Meer, Italien, die Alpen und Österreich durchquert. In Messinia, wo es herkommt, blüht bereits der Klee  (Foto, siehe unten). Auch in diesem Jahr werden der Olivenölbauer Vasilis Bournas und Aktivistinnen der von uns unterstützten sozialen Arztpraxis und Apotheke in Arta anwesend sein.

Die Abholung ist an
diesem Wochenende 17./18. März 2018 von 11.00 bis 16.00 Uhr

im Alsenwohnzimmer e.v., Alsenstraße 27, 44789 Bochum.

 

++++ GEBT UNS BASSENDE PETRÄGE BITTE!!!  NUR WENIGE KARPPLÄTZE !!! ++++

Anfahrt und Parken: Anfahrtskizze Ölverteilung Alsenwohnzimmer.JPG

PARKEN: In der Alsenstraße selbst stehen so gut wie keine Parkplätze zur Verfügung. Gut wäre es, wenn Sie/Ihr mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen oder inden umliegenden Straßen parken würden/t (z. B. Universitätsstraße, Wittener Straße) . Als gute Ausweichmöglichkeit bietet sich auch der kostenlose Parkplatz am ehemaligen Eistreff, Ecke Oskar-Hoffmann-Straße/Steinring, an. Freundlicherweise stellt das Haus der Begegnung seinen Parkplatz für die Olivenölkampagne als Kurzparkplatz zur Verfügung. Dieser ist über die Zufahrt in der Alsenstraße 19 zu erreichen (s. Anfahrtskizze). An dieser Stelle ein herzlicher Dank für die Unterstützung an die Begegnungsstätte!

Und hier noch ein Hinweis: Wie schon im letzten Jahr, wird auch diesmal wieder ein über die bestellte Menge hinausgehendes Kontingent nach Bochum geliefert. So können einerseits Besteller*innen ihre Abnahmemenge kurzentschlossen erhöhen, außerdem können auch Nicht-Besteller*innen Öl erwerben.

 

 

Eine Bitte haben wir noch: Bitte bringt die Beträge passend mit, sodass wir nicht viel zeitlichen Aufwand ums Wechselgeld machen müssen!

Klicke hier, wenn Du wissen möchtest, wie unser Olivenöl hergestellt wird:
Wie wird unser Olivenöl hergestellt?

Hier war … das Bestellformular für die Olivenöl-Bestellaktion 2018

Klicke hier, wenn Du wissen möchtest, wie unser Olivenöl hergestellt wird:
Wie wird unser Olivenöl hergestellt?

Und hier,  wenn Du lesen möchtest, warum wir im Januar 2018 einen Kranz im Märtyrerort Aetós niedergelgt haben.

Warum haben wir einen Kranz im Märtyrerort Aetós niedergelegt?

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Und hier konntest Du bis zum 12.03.2018 das Olivenöl mit dem Bestellformular bestellen. 

 

Die Olivenölbestellaktion 2018 ist beendet. Wie bereits im letzten Jahr bringen wir ungepanschtes und nachhaltig unter fairen Arbeitsbedingungen produziertes Olivenöl nach Bochum. Gemeinsam mit der eigens dafür gegründeten Genossenschaft „SoliExpo“ und mit Unterstützung der deutschen Genossenschaft „SolidarTrade“ bringen wir kostbares Olivenöl aus Daras (Messinia) nach Bochum. Damit bauen wir ein Produktions- und Liefernetzwerk unseres Vertrauens auf, mit dessen Hilfe wir gute Produkte und rund 20 Kleinbauern faire Preise erhalten können.
Wir bieten 5-Liter Kanister zum Preis von 50 Euro und 1-Liter-Flaschen zum Preis von 12 Euro an, davon gehen je 1 Euro pro Liter an die Sozialpraxis und Apotheke in Arta, die wir seit 2015 unterstützen. Bitte bestellt über das obige Formular. Wer eine Kostprobe möchte, kommt am 21. Januar zum Bahnhof Langendreer (11.00-13.30 Uhr).

Solltet Ihr gerne Flaschen verschenken, so überlegt bitte, ob für euch eine umweltfreundliche Lösung in Frage kommt: Sammelt doch einfach alte schöne Flaschen und füllt dann aus dem – günstigeren und umweltfreundlicheren – 5-Literkanister ab. Wir geben Euch dann Öl-Connection-Ruhr-Aufkleber für’s Branding dazu.

Die Abholung ist am Wochenende 17./18 März 2018 von 11.00 bis 16.00 Uhr im Alsenwohnzimmer e.v., Alsenstraße 27, 44789 Bochum. Auch in diesem Jahr wird der Olivenölbauer Vasilis Bournas  persönlich anwesend sein.

Die genaue Preisaufstellung findet ihr weiter unten.

Unsere Initiative wird unterstützt von ver.di Bezirk Mittleres Ruhrgebiet, DGB Stadtverband Bochum, DGB Region Ruhr-Mark, GEW Bochum, Humanitäre Cubahilfe Bochum e.V., Alsenwohnzimmer Bochum und solidarity4all Athen.

Mit dem Erlös des Öls helfen wir nicht nur der Kooperative Messinis Gea, sondern auch notleidenden und von der Kürzungspolitik im griechischen Sozial- und Gesundheitssystem betroffenen Menschen. Denn pro Liter fließt voraussichtlich 1 Euro  an das Hilfsprojekt „Soziale Arztpraxis und Apotheke Arta“, eine Bürgerinitiative zur Unterstützung von Kranken und mangelhaft versicherten PatientInnen im westgriechischen Arta, die wir seit Juni 2015 kontinuierlich mit Spenden finanziell unterstützen. Bei unserer letzten Bestellaktion konnte sich die Initiative in Arta über einen Scheck in Höhe von 725,00 Euro freuen.

Leider schaffen wir es nicht, auch Orangen zu liefern. SCHADE … Aber dafür ist ein Kühltransport notwendig.

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Preisaufstellung

1 Liter-Flasche: Produzent: 5,20 Euro/ Verkaufspreis € 12,00 €

5 Liter-Kanister: Produzent: 26,00 / Verkaufspreis € 50,00 €

Inhaltsstoffe des Olivenöls
Nährwert (pro 100 ml)
Kalorien: 896 kcal/ 3700kj
Proteine: 0 Gr.
Kohlehydrate: 0 gr.
Gesamtfettgehalt: 91,6 gr.
gesättigt: 12,8 gr.
einfach ungesättigt: 70,5 gr.
mehrfach ungesättigt: 8,3 gr.
Cholesterin: 0 gr.

Qualitative Merkmale
Säuregehalt <= 0,6 gr.
Peroxidzahl <= 20meg o2/Kg
Wachsgehalt <=250mg/Kg.
UV Absorption
K232 <= 2,50
K270 <= 0,01
ΔΚ<= 0,01

WAZ berichtet über Öl-Connection-Ruhr

WAZ-Bericht über unsere Öl-Connection-Ruhr

Hellas-Solidarität Bochum holt 1250 Liter fair gehandeltes Olivenöl nach Bochum. Zur Lieferung kam auch Produzent Vassilis Bournas ins Alsenwohnzimmer.

Wenn von Griechenland-Hilfe die Rede ist, bedeutet das meist: Finanzspritzen für Banken und einen maroden Staatshaushalt. Dem von der Krise geplagten griechischen Volk hilft das meist wenig. Direkte Unterstützung im Kleinen leistet Hellas Solidarität: Der Bochumer Verein hat Olivenöl nach Deutschland vermittelt. Vorbesteller konnten die Köstlichkeit im Alsenwohnzimmer abholen.

Insgesamt 1250 Liter haben ihren Weg vom griechischen Dorf Daras ins Revier gefunden. Vassilis Bournas freut sich: Es ist die Hälfte seiner Ernte. Die Hälfte des Erlöses geht direkt an ihn und seine Agrar-Kooperative. Doch es geht um mehr als Geld: „Solche Aktionen setzen dem falschen Diskurs von bösen Deutschen und faulen Griechen etwas entgegen“, findet er. Deshalb ist er zur Öl-Lieferung auch extra nach Bochum gekommen.

Auf vier Hektar Land stehen 700 Olivenbäume

Während sich die Gäste im Alsenwohnzimmer durch griechische Snacks probieren, spricht Bournas über die Produktionsweise in seiner Kooperative Messinis Gea. Kooperativen sind genossenschaftlich organisierte Agrar-Betriebe in Griechenland, Messinis Gea gehört mit 30 Mitgliedern eher zu den kleineren Anlagen. Auf Bournas’ vier Hektar Land stehen etwa 700 Olivenbäume. Nach der Ernte in den Wintermonaten werden die Oliven zunächst von ihren Blättern befreit, danach gepresst und gemahlen. Dieser Masse wird alle Flüssigkeit entzogen, aus dieser destilliert man dann bei etwa 30 Grad Celsius das Öl. Die Ausbeute beträgt je nach Olivensorte 13 bis 20 Prozent.

Nächste Lieferung ist für 2018 geplant

Bournas arbeitet mit der in Griechenland beliebten Olivensorte Koroneiki. Doch den Kunden geht es nicht nur um den reinen Genuss: „Mir geht es darum, bewusst kleine Betriebe zu unterstützen“, sagt der 22-jährige Marc. Dass es Bournas’ Öl nicht im Supermarkt gibt, findet er gut: „Dafür bräuchte es ja riesige Mengen. Und darunter würde die Qualität leiden.“

Das ist hier nicht der Fall. Ob als Zutat für Zaziki und andere Saucen oder als Beigabe zu Brot und Salat überzeugt das Öl aus Daras mit seinem kräftigen, aber unaufdringlichem Aroma. Schade, dass es dieses Jahr keine weitere Lieferung geben wird. Nächstes Jahr will der Verein Hellas-Solidarität die Aktion wahrscheinlich wiederholen. Bournas ist gerne wieder mit dabei: „Gute Freunde erweisen sich in schwierigen Zeiten“, sagt er. „Und Olivenöl ist doch ein schöner Anlass, neue Freunde zu finden.“

>> EIN LITER KOSTET ACHT EURO

  • Ein Liter Olivenöl aus Daras kostete acht Euro. Etwa 4,50 Euro davon gehen direkt an die Kooperative. Der Rest des Geldes trägt die Transportkosten und wird gespendet: 50 Cent pro Literflasche gehen an die soziale Arztpraxis Arta, ein Euro an das Solidaritätsnetzwerk solidarity4all.
  • Für weitere Infos zu Hilfsaktionen von Hellas Solidarität: http://www.oel-connection-ruhr.de

    (Text: Dominik Lenze, WAZ)

1450 Liter solidarisches und faires Olivenöl ausgegeben – Ölbauer dankbar und zufrieden

Anderthalb Tonnen (1450 Liter) Extra-Natives Olivenöl – das ist die tolle Bilanz unserer Bochumer Initiative Öl-Connection-Ruhr, die wir als Hellas-Solidarität Bochum Ende Mai zur Direktbestellung von griechischem Olivenöl gestartet hatten. Mehr als 250 Bochumer und Bochumerinnen waren unserem Aufruf gefolgt und bestellten Olivenöl bei der Kooperative „Messinis Gea“ von Vassilis Bournas. Dabei erklärten viele AbnehmerInnen, dass sie damit auch die griechischen Ölbauern unterstützen möchten, die von der Krise in Griechenland betroffen sind und oftmals zur traditionellen Landwirtschaft zurückkehren.

Ölbauer Vassilis Bournas, der zur Ausgabe extra nach Bochum angereist war, zeigte sich sichtlich zufrieden über das tolle Ergebnis und erklärte den anwesenden AbnehmerInnen, wie die Kooperative, die etwa 30 Mitglieder umfasst, seine 700 Olivenölbäume kultiviert und das Öl gewinnt. Er hofft auf eine Wiederholung der Aktion im nächsten Jahr und betont, dass es auch für ihn ein beglückendes Erlebnis sei, die Menschen, die sein Öl schließlich verzehren, endlich einmal auch persönlich kennenzulernen: „Ich werde Ihr Vertrauen nicht enttäuschen“, versprach er in seiner Ansprache. An beiden Ausgabetagen, die im Alsenwohnzimmer e.V. stattfand, beantwortete er die Fragen der AbnehmerInnen und nahm ihren persönlichen Dank entgegen. So wurde der Öleinkauf zu einem persönlichen Erlebnis, das mit Musik und Ölverköstigung einen festlichen Charakter erhielt. Als Initiative Öl-Connection-Ruhr wollen wir die Bestellaktion im nächsten Jahr wiederholen. Dazu sind weitere HelferInnen sehr willkommen. Hier geht’s zu den Fotos.

Mit unserer Initiative „Öl-Connection-Ruhr“ hatten wir es uns zum Ziel gesetzt, ungepanschtes und nachhaltig unter fairen Arbeitsbedingungen produziertes Olivenöl nach Bochum zu bringen. Gemeinsam mit dem Griechenland-Solidaritätsnetzwerk „Solidarität für Alle“ organisierten wir die Sammelbestellung und den Transport des wertvollen Öls aus Daras in Messinia (Südwestpeloponnes) nach Bochum. Darüber, dass alles so reibungslos geklappt hat und unsere Initiative in Bochum so gut ankommt, sind wir sehr froh. Schließlich möchten wir dazu beitragen, das Vertrauen zwischen Verbraucher und Produzent und damit auch das deutschgriechische Verhältnis zu verbessern, nachdem es in den letzten Jahren der Krise durch den öffentlichen Diskurs, der durch gegenseitige Anfeindungen und Stereotypen gekennzeichnet ist, und auch die TROIKA-Verhandlungen vielfach Schaden genommen hat.

Mit dem Erlös des Öls helfen wir nicht nur der Kooperative Messinis Gea, sondern auch notleidenden und von der Kürzungspolitik im griechischen Sozial- und Gesundheitssystem betroffenen Menschen. Denn pro Liter fließen 0,50 Cent an das Hilfsprojekt „Soziale Arztpraxis und Apotheke Arta“, eine Bürgerinitiative zur Unterstützung von Kranken und mangelhaft versicherten PatientInnen im westgriechischen Arta, die seit Juni 2015 von unserem Bochumer Zusammenschluss „Hellas-Solidarität Bochum“ kontinuierlich mit Spenden finanziell unterstützt wird. Sie kann sich über einen Scheck in Höhe von 725,00 Euro freuen.

So wollen wir solidarische Netzwerke und kleine Produktionsgemeinschaften nachhaltig durch die Abnahme ihrer guten Produkte unterstützen und ein neues Wirtschaftsmodell der solidarischen Ökonomie befördern.

Das Netzwerk – die Kampagne – Selbstorganisation vorantreiben –Kooperationsnetzwerke in Europa knüpfen
Auf wachsende Versorgungsprobleme und Erwerbslosigkeit in Griechenland haben dort viele Menschen in den letzten Jahren mit der Gründung von Selbsthilfeinitiativen, Kooperativen und Produktionsgenossenschaften reagiert. Landwirtschaftliche Projekte verkaufen ihre Lebensmittel ohne Zwischenhändler direkt an die VerbraucherInnen, was beiden Seiten nutzt. Der Direktimport und Kauf von Oliven(öl) kleiner griechischer Erzeugergemeinschaften ist ein Schritt und praktischer Anknüpfungspunkt, mit dem die VerbraucherInnen solidarische Formen des Arbeitens und Wirtschaftens konkret stärken können.

Uns interessiert dabei besonders, wie solidarisches Wirtschaften im Sinne von Kollektivität, Selbstverwaltung, Umweltbewusstsein, Gemeinwohlorientierung und fairem Handel nicht nur in der Theorie, sondern auch in der Praxis an Bedeutung gewinnen kann.

Der Produzent – Kooperative Vassilis Bournas aus dem Ort Daras in Messinia

Vassilis Bournas ist Mitglied der neu gegründeten Erzeugergemeinschaft „Messinis Gea“ (Land von Messinia) im Südwestpeloponnes. Die Mitglieder zogen – im Zuge der Krise zum Teil erwerbslos geworden – zurück aufs Land, um andere Lebens- und Arbeitsformen auszuprobieren. Sie vermeiden Zwischenhändler und verkaufen ihre Produkte bislang vor allem direkt an kleine Läden und Verbrauchergenossenschaften in Griechenland. Sie verstehen sich als Teil der solidarischen Ökonomie und sind sehr auf faire Preise und die Qualität ihrer Produkte bedacht.

Die Olivenölsorte Koroneiki ist eine der besten Olivensorten. Sie wird traditionell mit keinem oder sehr geringem Einsatz von Pflanzenschutzmitteln angebaut, kalt gepresst und schonend verarbeitet. Ihr hoher Polyphenolgehalt macht sie besonders gesundheitsfördernd und lange haltbar. Der Säuregehalt des Öls liegt nach Produzentenaussage bei unter 0,5 Prozent und ist damit Extra Nativ (Laut EU-Verordnung muss ein Extra Natives Öl unter 0,8 % Säuregehalt aufweisen). Die Presstemperatur liegt bei 26-27 Grad Celsius und entspricht damit Kaltpressung.

Erklärfilm: Wie öffne ich den Olivenölkanister hier klicken.